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Behandlung im Voraus planen (BVP)

Das Projekt
Auftrag
Der Respekt vor der Autonomie der Patienten und Bewohner ist ein hohes Ziel. Um dieses Qualitätsziel zu erreichen, wurde das Ethikkomitee des KKO von der Geschäftsführung 2017 mit dem Projekt „Behandlung im Voraus Planen“ (Advance Care Planning) beauftragt.

Auf diesem Weg soll die Autonomie der uns anvertrauten Menschen frühzeitig zur Geltung gebracht werden.

Ziele
  • den Patientenwillen stärken
  • Die Patienten vor Vernachlässigung oder vor überbordender medizinischer Versorgung schützen
  • die Würde am Lebensende sichern

Das Ethikkomitee hat eine Steuerungsgruppe eingesetzt. BVP soll als weiterführende Form der Patientenverfügung innerhalb des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO) in den Krankenhäusern, im Bereich der stationären Altenpflegeeinrichtungen und im stationären Hospiz St. Vinzenz Pallotti erprobt und implementiert werden.

Standards

Die Dokumentation des Patientenwillens und die Schulung der Gesprächsbegleiter orientieren sich an den Standards der gesetzlichen Vorgaben und der 2017 gegründeten DiV-BVP (Deutschsprachige Interdisziplinäre Vereinigung zu Behandlung im Voraus Planen e.V.)

Steuerungsgruppe
Steuerungsgruppe

Das Ethikkomitee hat zur Umsetzung von BVP eine Steuerungsgruppe eingesetzt

Mitglieder
  • Dr. med. Christoph Gerhard, Leitender Arzt der Abteilung für Palliativmedizin, Vorsitzender des Ethikkomitees
  • Martina Imort, Dipl. Betriebswirtin, FH Pflegedienstleiterin Pflegezentrum Josefinum
  • Dr. med. Ludger Kahl, Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Paul Hüster, Diplomtheologe Leiter des stationären Hospizes St. Vinzenz Pallotti

Die Steuerungsgruppe hat die Aufgabe, BVP als Angebot einer neuen Form der Patientenverfügung in den Bereichen der Krankenhäuser, der stationären Altenhilfe und des stationären Hospizes zu implementieren.

Dazu zählen die Aufgaben:

  • Bildung – Schulung von Gesprächsbegleiter
  • Netzwerkarbeit – Information und Einbindung der unterschiedlichen Akteure des Gesundheitswesens in Oberhausen
  • Praxis – Erstellung der gesundheitlichen Vorausplanung mit Patienten, Bewohnern und Hospizgästen Herzaktivität und Blutdruck
Grundlagen
Kurzfassung Behandlung im Voraus planen (BVP)
BVP verfolgt primär das Ziel, mögliche künftige medizinische Entscheidungen so Voraus zu planen, dass Patientinnen und Patienten auch dann zuverlässig nach Ihren individuellen Wertvorstellungen, Behandlungszielen und Wünschen behandelt werden, wenn Sie diese krankheitsbedingt nicht mehr selbst äußern können.

Hierbei können auch Wünsche und Präferenzen zu anderen künftig relevanten Aspekten geäußert und festgelegt werden, zum Beispiel pflegerischer, psychosozialer oder spiritueller Art.

Nicht zuletzt sollen auch medizinische Indikationen für das Vorgehen im Notfall im Voraus überprüft und Behandlungsgrenzen gemäß den Regeln ärztlicher Kunst – zum Beispiel im Fall eines Herz-oder Atemstillstands – rechtzeitig geklärt werden.

BVP bewahrt nicht-einwilligungsfähige Betroffene vor ungewollter Über- oder Unterversorgung und hat darüber hinaus das Potenzial, Angehörige beziehungsweise Bevollmächtigte/Betreuer sowie Pflegende und Ärzte, die stellvertretend weitreichende Entscheidungen treffen beziehungsweise mit deren Folgen leben müssen, vor vermeidbaren psychischen Belastungen und moralischen Disstress zu schützen.

Vereinbarungen über Inhalte und Anforderungen der Vorsorgeplanung
Nur der Wille zählt
Schulung
Schulung von Gesprächsbegleitern
Ausbildung zum Gesprächsbegleiter - Behandlung im Voraus planen (BVP) nach DiV-BVP Standard Im neuen Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) wurde in § 132 g SGB V das Angebot einer „Gesundheitlichen Vorsorgeplanung“ in Pflegeeinrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe verankert. Den Bewohnern und ihren gesetzlichen Betreuern/Angehörigen kann eine Beratung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung angeboten werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird. Inhaltlich beruht eine derartige Vorausplanung auf dem international etablierten Konzept des „Advance Care Planning“ (ACP), in der deutschen Adaption „Behandlung im Voraus planen“. Die Vorausplanung wird dabei als mehrzeitiger kommunikativer Prozess verstanden, innerhalb dessen die Wünsche der Bewohner an ihre zukünftige medizinische Behandlung ermittelt, anwendungs-tauglich dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden. Qualifizierte Gesprächsbegleiter bieten die Gespräche an.Ziel ist es, dass die Bewohner auch dann entsprechend ihren individuellen Wünschen behandelt werden, wenn sie sich selber nicht (mehr) zu ihrer medizinischen Behandlung äußern können.

Die Schulung entspricht den Anforderungen des § 132 g SGB V sowie darüber hinaus dem aktuellen Schulungsstandard der Deutschsprachigen interprofessionellen Vereinigung Behandlung im Voraus planen (DiV-BVP e.V.).

Dr. Christoph Gerhard verfügt als Mitglied der Steuerungsgruppe auch über die Trainerlizenz. Im Rahmen eines erster interner Schulungskurs in Kooperation mit der DiV-BVP werden im Laufe des Jahres 2018 die ersten Gesprächsbegleiter für die Bereiche Krankenhaus, Altenhilfe und Hospiz abgeschlossen.
Aktuelles

Palliativnetz Oberhausen sucht das Gespräch mit den Pflegezentren

Austausch zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in den stationären Einrichtungen Am 29. August 2018 trafen sich Vertreter von Altenhilfeeinrichtungen mit dem Arbeitskreis Palliativnetz zum offenen Austausch in den Räumen des Ambulanten Hospizes Oberhausen. Viele Altenheime bemühen sich am Lebensende oder bei einer notwendigen Palliativen, schmerzlindernden Versorgung ihrer Bewohner sehr gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Christiane Bonatis berichtet von guten Erfahrungen des SAPVs: „Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung unterstützt die Pflege und die ärztliche palliative Versorgung im Altenheim. Die Praxis zeigt, dass die Pflege vor Ort und der Pflegedienst von außen nicht als konkurrierende, sondern als hilfreich ergänzende Angebote erlebt werden.“ Ein Wohnparkleiter möchte zukünftig die Pflegemitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker für eine Hospizkultur im Altenheim sensibilisieren. Dr. Christoph Gerhard, Chefarzt der neuen Palliativstation im St. Josef Hospital wies darauf hin, dass solche Veränderungen ein eigenes Organisationsentwicklungskonzept und Ausdauer erfordern, um gute und nachhaltige Verbesserungen für die Bewohner zu erzielen. Die Vertreter des Palliativnetzes erklärten sich in einer ersten Sensibilisierungsphase für Informationsbesuche und Vorträge bereit. Am Ende des Austausches wurde vereinbart, solche Unterstützungsangebote für die Altenhilfeeinrichtungen zusammenzustellen. Das Ethikkomitee des Katholischen Klinikums Oberhausen hat eine Initiative für mehr Patientenautonomie gestartet: Zurzeit werden dort Gesprächsbegleiter im Projekt Behandlung im Voraus planen (www.bvp-oberhausen.de) ausgebildet. Sie erarbeiten später mit Patienten des Krankenhauses, mit Gästen des Hospizes oder mit Bewohnern der Altenheime eine gesundheitliche Vorausplanung. Diese Vorausplanung soll vergleichbar mit Patientenverfügungen sicherstellen, dass in gesundheitlichen Krisensituationen der vorab geklärte und dokumentierte Wille der Bewohner das Maß der medizinischen Versorgung und die möglichen palliative Maßnahmen bestimmen können. Dazu sieht das Projekt eine enge Abstimmung mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Einrichtungen und den beteiligten Ärzten und Notdiensten vor. Die Krankenkassen finanzieren die ausgebildeten Gesprächsbegleiter in den Altenhilfeeinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe. Einige Einrichtungen zeigten Interesse, aus ihren Häusern Teilnehmer für zukünftige Ausbildungen für die Gesprächsbegleiter zu entsenden. Der Arbeitskreis Palliativnetz wird diese Informationen in die Unterstützungsangebote der Altenhilfeeinrichtungen aufnehmen. Aufgrund der konstruktiven Gesprächsergebnisse vereinbarten die Teilnehmer, sich sporadisch zum Austausch einzuladen. Wer als Altenhilfeeinrichtung engeren Kontakt zur Hospiz- und Palliativversorgung in Oberhausen sucht, kann als zukünftiger Netzwerkpartner zu den regelmäßigen Treffen des Palliativnetzes in Oberhausen dazukommen.

Das Palliativnetz Oberhausen informiert sich über BVP

Foto Palliativnetz Oberhausen informiert sich ber BVP Das Palliativnetz Oberhausen ist ein kooperativer Zusammenschluss verschiedener palliativtätiger Berufsgruppen, die sich im Rahmen einer engen und professionellen Zusammenarbeit für Schwerstkranke und Sterbende sowie deren Angehörige einsetzen. Grundlage ist das Konzept Palliative Care der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Am 13. Juni informierte Dr. Christoph Gerhard die Teilnehmer des Netzwerktreffens: „BVP steht für ‚Behandlung im Voraus planen‘. Diese neue Form der Patientenverfügung verfolgt primär das Ziel, mögliche künftige medizinische Entscheidungen im Voraus so zu planen, dass Patientinnen und Patienten auch dann zuverlässig nach Ihren individuellen Wertvorstellungen, Behandlungszielen und Wünschen behandelt werden, wenn sie diese krankheitsbedingt nicht mehr selbst äußern können.“ Geschulte Gesprächsbegleiter sollen dafür in mehrstündigen Gesprächen einen persönlichen Entscheidungsprozess anleiten und begleiten. Die Ergebnisse werden so übersichtlich und verständlich formuliert, dass sie auch in Notfallsituationen wirkliche Beachtung finden.

Dr. Gerhard erläuterte auch die Finanzierungsmöglichkeiten für die Gesprächsbegleiter, die zukünftig in Altenheimen ihre Beratung und Begleitung anbieten. Eine Vertreterin der Behindertenhilfe schilderte die Situation in ihrer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung. Für diese Gruppe ist besonders wichtig, dass nicht über sie bestimmt, sondern sehr einfühlsam gemeinsam beraten wird, wie auch in Gesundheitsfragen selbstbestimmt gelebt und geplant werden kann.

Der Austausch wird weiter fortgesetzt: Im Rahmen des 2. Oberhausener Palliativ- und Hospiztages am 13. Oktober 2018 wird Paul Hüster im Rahmen des Eingangsvortrags der Frage „Autonomie am Lebensende – wer übernimmt die Verantwortung?“ nachgehen. Der Tag wird von der Stadt Oberhausen in Kooperation mit dem Palliativnetz Oberhausen veranstaltet.

Ansprechpartner BVP

Dr. med. Christoph Gerhard

Vorsitzender des Ethikkomitees,
Leitender Arzt der Abteilung für Palliativmedizin
Telefon: 0208 837-6660
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Martina Imort

Dipl. Betriebswirtin, FH,
Pflegedienstleiterin
Telefon: 0208 8489-503
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Dr. med. Ludger Kahl

Chefarzt für Anästhesiologie
und Intensivmedizin
Telefon: 0208 695-350
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Paul Hüster

Hospizleiter
Dipl. Theologe
Telefon: 0208 30266-12
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