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Wann: Donnerstag, 24. Januar 2019, 08:00 - 20:00

Alle Zeichen auf Leben

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BU: Die kleine Leni Maria kam am 14. Januar im St. Clemens-Hospital zur Welt. Ihre Mutter Romina Solinas gehört zu den weltweit ersten drei Patientinnen, die mit neuester Defibrillatoren-Technik ein Kind zur Welt gebracht hat.

Herzpatientin im St. Clemens-Hospital gehört zu den weltweit ersten drei Müttern mit neuester Defibrillatoren-Technik

Ein plötzlicher Herzstillstand veränderte alles: Dass Romina Solinas lebt, grenzt an ein Wunder. Um danach so normal wie möglich weiter am Leben teilzuhaben, begab sich die heute 30-Jährige in die Hände von erfahrenen Kardiologen und Medizinern. Jetzt gehört sie zu einer der weltweit ersten drei Mütter, die mit neuester Defibrillatoren-Technik ein Kind entbunden haben. Am 14. Januar brachte sie im St. Clemens-Hospital ein kerngesundes Töchterchen zur Welt.

Ihren eigenen Geburtstag kann Romina Solinas seit Anfang 2017 zweimal im Jahr feiern. Sie berichtet von einer dramatische Rettungsaktion: Kurz nachdem sie ihrem Mann „gute Nacht“ gesagt hat und zu Bett gehen wollte, sackte sie bewusstlos vor der Schlafzimmertür zusammen: Herzstillstand. Stefan Solinas (38) überlegte nicht lang und begann seine Frau wiederzubeleben. Während der Herzmassage rief er den Rettungswagen. Als der Notarzt bei der Familie eintraf, war die junge Mutter zwar bei Bewusstsein, musste anschließend jedoch noch drei weitere Male reanimiert werden, bis sie stabil genug war, um ins Krankenhaus transportiert zu werden. Das war zunächst in Moers. Es folgten viele Untersuchungen, um herauszufinden, warum das Herz plötzlich aufhörte zu schlagen. Vermutlich war eine Elektrolytentgleisung verantwortlich, ein Mangel an Kalium, glaubt Solinas. Denn die junge Frau, damals noch stark übergewichtig, hatte sich wenige Monate zuvor einer Magenverkleinerung unterzogen. Vorrübergehend trug die Kamp-Lintforterin eine „LiveVest“, ein externer Defibrillator, der im Notfall eingreifen kann, und der der erschrockenen Familie etwas Sicherheit zurückgab. Schließlich jedoch wurde ihr in Siegen ein subkutaner Defibrillator implantiert. Ein Schrittmacher, der den Herzrhythmus überwacht und bei Bedarf durch einen elektrischen Impuls den normalen Herzrhythmus wieder herstellt. „Im Gegensatz zu konventionellen Defibrillatoren greift dieser weniger ins Herz und Venensystem ein. Er wird im Fettgewebe unter der Haut eingesetzt“, erklärt Dr. Lutz Lefringhausen, Oberarzt der Klinik für Kardiologie im Katholischen Klinikum Oberhausen. Ein subkutaner Defibrillator ist nicht nur schonender, sondern auch weniger anfällig für Infektionen und  Störungen.

Mit der Nachricht der Schwangerschaft sind plötzlich neue Ängste hinzugekommen, die erst  in Oberhausen durch die intensive Betreuung zerstreut werden konnten, berichtet Romina Solinas. Ob alles gut gehen würde? Ist das Baby in Gefahr, wenn der Herzschrittmacher auslöst? „Nein! Wenn das Gerät auslöst, dann, weil die Patientin einen Herzstillstand hat. Für das Baby besteht kein Risiko“, betont Lefringhausen.  Verschiebt jedoch das wachsende ungeborene Kind das Herz in der Lage so, dass der Defibrillator sich zu weit vom Herzen der Patientin entfernt oder er die Herztöne des Kindes ebenfalls wahrnimmt, könnte das Gerät falsche Signale auswerten.  Deshalb wurde die Patientin engmaschig überwacht, sowohl von medizinischer als auch von der technischen Seite. “ Im St. Clemens-Hospital standen Romina Solinas alle Experten unter einem Dach zur Seite. „Wir haben uns von Anfang an hier wohl gefühlt, deshalb haben wir uns entschieden, auch hier zu entbinden.“ Zwei Wochen vor dem errechneten Termin wurde die kleine Marie Leni per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, obwohl eine normale Geburt möglich gewesen wäre. „Wir stehen immer im Austausch mit der Patientin und dem gesamten Team und beschlossen, kein Risiko einzugehen“, erklärt Chefarzt der Gynäkologie und speziellen Geburtshilfe, Dr. Carsten Böing, der die Patientin gemeinsam mit den Kollegen aus der Kardiologie interdisziplinär betreut hat.

 

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