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Dienstag, 12. Juni 2018, 08:00
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„Kristalina, ich weiß nicht genau, ob ich mich rein traue…“ Ein heimliches Kichern, ein paar vorsichtige Schritte mit riesigen Schuhen und ein paar große Seifenblasen, die plötzlich durch den Raum fliegen – dann ist das Eis gebrochen. Der einjährige Mathis fängt an zu lachen und jagt den Seifenblasen hinterher. Die nächsten Minuten gehören nur ihm, Kristalina und Bertha. Die beiden Klinikclowns bringen inmitten von Untersuchungen, piependen Apparaten und Medikamenten ein wenig Abwechslung in den Alltag der Kinderklinik.

Nach ein paar Minuten hat Mathis nicht nur diverse Seifenblasen gefangen, sondern nennt auch einen grünen Luftballon-Hund sein Eigen. Der kleine Patient ist zufrieden, für Kristalina und Bertha geht’s zum nächsten Zimmer. Dort treffen sie Fußballfan Malik, der mit seiner Mutter gerade auf Untersuchungsergebnisse wartet. Kurze Zeit später ist das Clowninnen-Duo in ein Luftballon-Kopfball-Duell mit dem Zweijährigen vertieft. Ist ein Handy der Erwachsenen zu hören, tanzen alle drei zum Klingelton.
 
Jeden Monat kommen zwei bunt geschminkte Spaßmacher vom Verein Kölner Klinikclowns in die Klinik für Kinder und Jugendliche. Dort besuchen sie die kleinen Patienten – alle die möchten – im Zimmer oder auf den Fluren. Im Gepäck haben sie: Rote Nasen, Lebensfreude und jede Menge kreative Ideen. „Einen fest gelegten Ablauf gibt es nicht“, erklärt „Kristalina“, mit vollem Clowns-Namen Kristalina Mandarina Vitamina Florentina Orangina Beduina. „Wir gehen immer auf die Situation und die Wünsche der Kinder ein – wie es ihnen geht, inwieweit sie mitmachen oder nur zuschauen möchten.“ Kristalinas Darstellerin heißt Sonia Rosillo und stammt aus Spanien. Bertha alias Britt Andersson ist ursprünglich ein schwedischer Clown. So wie alle Darsteller der Kölner Klinikclowns sind die beiden speziell für Einsätze in Krankenhäusern ausgebildet. Neben künstlerischem Können - Musik, Zauberei, Pantomime und Akrobatik – sind bei Kristalina, Bertha und Co. schnelle Wahrnehmung, großes Einfühlungsvermögen und Improvisationstalent gefragt. Seit 1995 ist der Verein „Kölner Klinikclowns e.V.“ in ganz NRW unterwegs.

„Wir besuchen Kinderkliniken aber auch Pflegeheime, Hospize und Flüchtlingsunterkünfte“, erklärt Britt Andersson. „Mit Kindern gehen wir anders um als mit älteren Menschen, weil sie oft mehr mitspielen. Trotzdem haben unsere Besuche alle ein ähnliches Ziel: Freude in den sonst oft grauen Alltag bringen, die Zuschauer für eine kurze Zeit ihre Sorgen, Ängste und Schmerzen vergessen lassen.“  Sonia Rosillo ergänzt: „Wenn wir merken, dass die Menschen plötzlich gelöster sind und wieder mehr am Leben teilnehmen, dann haben wir schon viel erreicht. Noch besser ist es, wenn wir sie zum Lachen bringen – Lachen hilft schließlich nicht nur gegen Einsamkeit und Traurigkeit sondern auch beim Gesundwerden.“
Eine 14-jährige Patientin, die im Flur auf ihre Mutter wartet, saß eben noch still auf der Bank. Als aber Bertha und Kristalina mit einem Luftballon-Herz um die Ecke biegen, strahlt sie über das ganze Gesicht.

BU: Die Clowns Bertha (l.) und Kristalina haben viel Spaß mit Mathis. Foto: KKO

 
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