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Mittwoch, 9. Mai 2018, 08:00
Foto KKO_Schüler leiten Stationen - kl.JPG

Den Berufsalltag proben: Beim Projekt „Schüler leiten Stationen“ am Katholischen Klinikum Oberhausen übernehmen Auszubildende für zwei Wochen die Leitung von drei Stationen. In den Praxiswochen lernen sie, selbst Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen.
 
Untersuchungen begleiten, Medikamente verabreichen, Verbände wechseln - im Stationsalltag müssen Gesundheits- und Krankenpfleger den Überblick behalten. Um die Berufspraxis noch besser kennenzulernen, übernehmen die Auszubildenden am KKO, Standort St. Clemens-Hospital, zweimal während ihrer Ausbildung im theoriegeführten Praxisblock die Verantwortung für die Abläufe auf mehreren Stationen. Elf Schüler aus dem dritten Lehrjahr sind derzeit als so genannte Schichtleitungen in der Kardiologie, Geriatrie/Innere Medizin und Unfallchirurgie tätig.
Vivien Striefler (21) und Kristin Neuland (22) verbringen ihren zweiten Praxisblock in der Kardiologie. Zusammen mit einem weiteren Pflegeschüler, Darwin Kupczik (21), kümmern sie sich hier um zwölf Patienten mit Herzerkrankungen. Vor dem täglichen „Durchgang“ auf der Station planen die Azubis mit den examinierten Pflegekräften alle relevanten Abläufe und Aufgaben des Arbeitstages. Die erfahrenen Kollegen stehen während des Praxisblocks als Ansprechpartner im Hintergrund immer zur Verfügung, helfen bei Fragen oder Problemen und können in akuten Situationen sofort einschreiten. So dürfen die Pflegeschüler beispielsweise unter Anleitung Medikamente verabreichen oder die Telemetrie-Geräte bedienen, die Herzrhythmus-Signale per Funk von eine mobilen Überwachungseinheit direkt ins Dienstzimmer übertragen. Praxisanleiter Taner Kahya ist examinierter Pfleger und steht den Azubis in der Kardiologie zur Seite. „Bei den Schülern im dritten Ausbildungsjahr merkt man, dass sie schon Einiges an Erfahrung gesammelt haben“, stellt er zufrieden fest. Kristin Neuland fasst zusammen: „Die Praxiswochen sind eine besondere Herausforderung an uns und damit eine sehr gute Vorbereitung auf das Berufsleben.“

Seit 2013 gibt es den Praxisblock im St. Clemens-Hospital. Auch am St. Marien- und am St. Josef-Hospital ist er geplant. Nicole Großeloser ist Mitarbeiterin der Pflegedirektion und begleitet die insgesamt 36 Pflegeschüler am St. Clemens-Hospital. „Durch die Leitung einer eigenen Station sollen die Auszubildenden eigenverantwortliches Handeln üben, ihre Kompetenzen trainieren und lernen, sich selbstständig zu organisieren“, sagt sie. Am Ende bewerten nicht nur die Praxisanleiter und die Stationsleitungen die Leistungen der Azubis - auch die Nachwuchskräfte selbst geben Feedback zu ihren Praxiswochen. „Durch die Selbstreflexion und Feedbacks sehen wir, wo unsere Stärken liegen und welche Abläufe wir noch einmal üben müssen“, so Kristin Neuland. Und dann steht dem Start ins „echte“ Berufsleben im Herbst nichts mehr im Wege. 

BU: Vivien Striefler, Taner Kahya und Kristin Neuland (v.l) schließen eine Patientin an das Telemetrie-Gerät an.

 
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