• Startseite
  • Aktuelles
  • Leuchtende Kinderaugen im Friedensdorf: Einmal Prinzessin sein oder Torschützenkönig

Aktuelles

 
Donnerstag, 29. Juni 2017, 08:00 - 20:00
Fußballteam_KKO-Friedensdorf_web.jpg

Für einen Tag konnten die kleinen Patienten im Friedensdorf Oberhausen ihre Verletzungen fast vergessen, denn beim Aktionstag des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO) wurde den Kindern ein buntes Programm geboten. Die 11-jährige Setara aus Afghanistan zeigte stolz ihren selbst gestalteten Prinzessin-Anstecker und lächelte über das ganze Gesicht. Sie ist eines von ca. 170 Kindern im Friedensdorf, die in Deutschland aufgrund schwerer Verletzungen und Erkrankungen behandelt werden. „Bei uns leben Kinder aus allen Krisengebieten der Welt, die mit Verletzungen durch Bombenexplosionen, schweren Verbrennungen und für lebensrettende Operationen zu uns kommen“, erklärte Claudia Peppmüller, Mitarbeiterin des Friedensdorfs. „Auf die große ‚Party‘ mit dem Katholischen Klinikum haben sich die Kinder schon seit Tagen gefreut. Sie genießen jede Form der Ablenkung.“ An der Buttonmaschine entstanden Anstecker mit Prinzessin, Minion oder Superheld wie am Fließband, bei den Bastelständen mit bunten Verbänden und Perlenketten war jeder freie Platz belegt.

Setara ist schon fast ein Stammgast im Friedensdorf, denn sie ist bereits 2014 mit fortgeschrittenen Knochenentzündungen aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. Viele Kinder, auch aus anderen Krisengebieten, teilen ihr Schicksal und leiden an schweren Erkrankungen aufgrund von Mangelernährung, mangelnder Hygiene und fehlender medizinischer Versorgung. Knochenentzündungen werden in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht. Unbehandelt können sie die Gliedmaßen so weit schädigen, dass Arme oder Beine amputiert werden müssen. Setara wurde als kleines Mädchen im Jahr 2013 durch eine Mienenexplosion so schwer verletzt, dass ihr rechtes Bein amputiert werden musste. Nach einer Knochenentzündung im linken Bein drohte dem Kind eine weitere Amputation, die durch eine Notoperation in Deutschland verhindert werden konnte. Jetzt ist Setara noch einmal ins Friedensdorf gekommen, um den Verlauf des Heilungsprozesses überprüfen zu lassen und das eingesetzte Metall in ihrem linken Bein entfernen zu lassen.

„Die Verletzungen der Kinder zu sehen, machte uns alle sehr betroffen“, berichtete Michael Stanislowski, Geschäftsführer des Reha-Zentrums Oberhausen (RZO). „Trotzdem sprühen diese kleinen Patienten vor Lebensfreude und man merkt ihnen nicht an, dass sie zum Teil schwer traumatisiert sind.“ Die Jungen und Mädchen tobten bei sommerlichen Temperaturen über den Hof im Friedensdorf und sie kämpften wie große Kicker beim abschließenden Fußballturnier gegen das KKO-Team. „Gegen echte Männer zu spielen war cool“, grinste Mannschaftskapitän Samadullah (12 Jahre alt) bis über beide Ohren. Der Junge aus Afghanistan wurde wegen einer Knochenentzündung behandelt, sein rechtes Bein ist stark verkürzt. Mit einem speziell angepassten Schuh beherrschte er den Ball dennoch fast wie ein Profi. „Die Jungs vom Friedensdorf haben vollen Körpereinsatz gezeigt und uns ganz schön auf Trapp gehalten“, schmunzelte Michael Boos, Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, der beim Spiel die Verteidigung übernahm. „Wir hatten alle sehr viel Spaß beim Turnier und beim Kicken sprechen alle die gleiche Sprache!“ Damit das Fußballtraining im Friedensdorf weitergehen kann, wurden den Nachwuchsspielern 20 Profi-Fußbälle überreicht – eine Spende von Andreas Wessels, Geschäftsführer der Soccerworld Köln.

 
/

Zurück