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Wann: Donnerstag, 5. September 2019, 08:00 - 20:00

"Ich fühle mich cool als Krankenschwester"

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BU: Pflegeschülerin  Sanida Bosnjakovic ist voller Begeisterung für ihren Beruf. Mit ihrer fröhlichen Art sorgt sie nicht nur bei Patient Wolfgang Hahne  für gute Laune.

Sanida Bosnjakovic ist aus Finnland ausgewandert, um im KKO Krankenschwester zu werden

Finnland ist ein zweisprachiges Land. Gehört man als Schülerin jedoch zu den 11 Prozent der schwedisch sprechenden Bevölkerung (Stand 2015) und hat darüber hinaus eine feste Vorstellung von seinem Traumberuf, muss man mitunter flexibel sein. Und das ist Sanida Bosnjakovic. Nur einen Tag, nachdem die Schülerin im vergangenen Jahr ihre letzte Abi-Klausur geschrieben hat, saß sie schon im Flieger Richtung Oberhausen, um im Katholischen Klinikum Krankenschwester zu werden.

„Ich wollte unbedingt etwas im medizinischen Bereich machen“, berichtet Sanida Bosnjakovic. Kinderärztin, das war ihr Traumberuf. Weil sie Sorge hatte, dass ihr Abiturzeugnis nicht gut genug sein könnte, um für ein Medizin-Studium zugelassen zu werden, entschied sie sich für die Krankenpflege. Doch das ist in Finnland ein akademischer Beruf. Und wenngleich natürlich auch der schwedisch sprechenden Bevölkerung alle Bildungsmöglichkeiten – und damit auch das Studium der Pflege – offen stehen: „Wenn ich nicht fließend finnisch sprechen kann, wird mich dort keiner anstellen“, so die gebürtige Bosnierin.  Deutsch, Englisch, Bosnisch und Schwedisch - Sanida Bosnjakovic spricht vier Fremdsprachen fließend, Spanisch ein wenig. Und Finnisch? „Nach 14 Jahren fällt mir die Sprache immer noch schwer.“ Kein Wunder, finnisch gehört zu den zehn schwierigsten Sprachen der Welt.

Finnlands Kinder werden schon früh an Fremdsprachen gewöhnt – selbst im Fernsehen laufen die Filme nicht synchronisiert. „Deutsch habe ich vor allem durch den Kinderkanal gelernt“, sagt die junge Frau lachend. Überhaupt strahlt die 20-Jährige eine Menge positiver Energie und Optimismus aus. „Wenn man etwas machen will, dann schafft man das auch“, lautet ihre Devise. Sie beschloss, ihr Glück in der Krankenpflege in Deutschland zu suchen. Und das hat sie im Katholischen Klinikum Oberhausen gefunden. Ihre Cousine, die ebenfalls in Deutschland lebt und im KKO angestellt ist, erleichterte ihr den Start. Sanida Bosnjakovic absolvierte hier zunächst einen sechsmonatigen Bundesfreiwilligendienst. Die durchweg positiven Erfahrungen bestärkten sie in ihrem Entschluss direkt im Anschluss mit der Ausbildung zur examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin im KKO zu beginnen. Ihre Begeisterung ist geblieben: „Ich liebe die Anatomie und finde alles an der Medizin interessant. Überall wurde ich bisher gut aufgenommen - und hier im KKO kann ich wirklich viele verschiedene Abteilungen durchlaufen. Ich freue mich darüber, dass ich in meinem Beruf Menschen, ihre Kulturen und Sprachen  von überall auf der Welt kennenlerne.“

Es ist bereits das zweite Mal, dass die Schwesternschülerin ihre Heimat verlassen hat. Mit fünf Jahren emigrierte sei mit ihrer Familie aus Bosnien. Zurück nach Finnland wird sie wohl vorerst nur als Besucherin reisen. „In Finnland wird das deutsche Examen nicht als gleichwertig anerkannt.“ Ihre Entscheidung bereut sie keine Minute – obwohl sie im Abiturzeugnis am Ende doch deutlich mehr als die für ein Studium erforderlichen Punkte erreicht hat: „In der Pflege kann man so vieles erreichen, wenn man nur will. Wir haben unfassbar viele Möglichkeiten.  Viele Ärzte sind nach sechs Jahren intensiven Lernens immer noch nicht  da, wo sie eigentlich sein wollen.“  Sie liebt ihre Arbeit auf den Stationen und dass es dort nie langweilig wird. „Ich könnte mir nie vorstellen, im Büro zu arbeiten. Medizin, die Arbeit mit Menschen und in Bewegung sein, all das kann ich  in diesem Beruf miteinander verbinden.“ Erstaunt hat sie ein grundlegender Unterschied zu Finnland: In den skandinavischen Ländern  sind Pflege und Medizin mehr auf Augenhöhe. Der Pflegeberuf hat dort einen viel höheren Stellenwert.  Trotzdem: „Ich fühle mich cool als Krankenschwester. Medizin ist einfach meins.“

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