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Wann: Mittwoch, 24. Juli 2019, 08:00 - 20:00

Leben lernen mit Diabetes für Kinder und Jugendliche

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Wie viele Kohlenhydrate verstecken sich im Eintopf, wie wirken sich Sport oder Aufregung auf den Zuckerspiegel aus und wie gehen andere Teenager mit der Krankheit Diabetes mellitus Typ 1 um? Im Katholischen Klinikum Oberhausen haben sieben Jungen und Mädchen an einer dreitägigen stationären und intensiven Diabetesschulung teilgenommen.

 

Menschen mit Typ-1 Diabetes leiden an einer Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper kein Insulin produzieren kann. Insulin ist ein Hormon, das durch Essen und Trinken aufgenommenen Zucker in die Körperzellen transportiert und dort in Energie für den Körper umwandelt.  Die Kinder leben teilweise bereits seit Jahren mit der Krankheit und wissen, mit ihr umzugehen. Unter der Anleitung von Kinderärzten und einer Diabetesberaterin vertiefen sie das Wissen noch einmal alters- und praxisgerecht, um im Alltag sicher und selbstbewusst mit ihrer Krankheit umzugehen.

„Mit zunehmendem Alter bestimmen neue Themen das alltägliche Leben der Heranwachsenden, die sich auch auf den Insulinspiegel auswirken. Dementsprechend passen wir die Schulungsinhalte an“, erklärt Anja Hünseler, die in diesem Kurs einige Kinder zum zweiten Mal schult. Letztlich geht es mehr als um bloße Theorie: Losgelöst von zu Hause lernen die Teilnehmer ihren Diabetesspiegel selbst zu managen. Die Kinder werden für ein paar Tage aus ihrem privaten Umfeld gelöst und können sich mit Gleichaltrigen darüber austauschen, wie diese mit ihrer Erkrankung leben. Neben den Schulungsstunden stehen Freizeitaktivitäten wie Schwimmengehen oder ein Besuch im Kaisergarten auf dem Programm. Denn während es in der Theorie um die gesunde Ernährung und um Diabetes in der Schule oder beim Sport geht, üben sich die Teilnehmer bei den gemeinsamen Mahlzeiten und einem Besuch im Pizzarestaurant darin, die Kohlenhydrate zu schätzen und daraufhin den Insulinbedarf zu berechnen.

Alle Kinder haben mit den Jahren ein gutes Gefühl für ihren Körper entwickelt, gehen Hobbys nach und betonen, dass sie sich nicht eingeschränkt fühlen. Erst kürzlich hatte  der 15-jährige Torben ein Fußball-Pokalspiel. Die Knie wurden steif, ihm wurde übel – er musste den Blutzucker korrigiern. An das Spritzen haben sich die Kinder und Jugendlichen gewöhnt. Häufig tragen die Kinder Insulinpumpen, die je nach Bedarf auf Knopfdruck eine Dosis Insulin abgeben. Zusätzlich geben diese laufend kleine Mengen ab, um den Grundbedarf zu decken. Doch obwohl es heutzutage eine Menge Technik gibt, mit denen sich Erkrankte den Umgang und das Errechnen vom benötigten Insulin leichter machen können. „Die Kinder müssen sich täglich damit auseinandersetzen, das gehört zu ihrem Alltag. Selbst bei banalen Dingen wie Eis essen aber auch bei Stress und Sorgen müssen sie ihren Zuckerspiegel im Blick behalten“, erklärt Anja Hünseler die Schwierigkeit. Denn der Diabetes bleibt und damit auch das andauernde Rechnen und eine gewisse Wachsamkeit.

Mehrtägige Diabetesschulungen für Kinder bietet das Katholische Klinikum Oberhausen regelmäßig an. Auskunft für interessierte Eltern erteilt Diabetesberaterin Anja Hünseler unter Telefon 0208 695-7876.

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