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Das Katholische Klinikum Oberhausen stellt sich neu auf

KKO: Interessenten geben Angebote ab

Gläubigerausschuss gibt grünes Licht für Verhandlungen

Oberhausen 25.09.2019: Die Restrukturierung des Katholischen Klinikums Oberhausen (KKO) schreitet voran. Die Eigenverwaltung hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, Partner zu suchen, die die Neuausrichtung unterstützen können. Aus der Vielzahl an Interessenten haben sich mittlerweile sieben ernsthafte Bieter herauskristallisiert. Gestern hat die Eigenverwaltung dem vorläufigen Gläubigerausschuss die Angebote präsentiert. In seiner gestrigen Sitzung hat der Gläubigerausschuss der Eigenverwaltung nun grünes Licht gegeben, um mit den Interessenten in detailliertere Verhandlungen einzusteigen. Am heutigen Mittwoch (25.09.) wurden auch die Beschäftigten in Mitarbeiterversammlungen über den Stand des Verfahrens informiert.

„Unter den Bietern sind einige, die sich für einzelne Unternehmensteile des KKO interessieren und welche, die auf das gesamte KKO bieten“, erläutert Geschäftsführer Christian Eckert. So viel ist allerdings jetzt schon klar: Keiner der Interessenten möchte das bislang erarbeitete Konzept des Restrukturierungsteams wesentlich ändern. Alle Interessenten wollen darüber hinaus sozialverträgliche Lösung für alle Beschäftigten finden. „Dabei ist nicht allein der Kaufpreis entscheidend, sondern vor allem der Erhalt einer möglichst großen Anzahl von Arbeitsplätzen und die Fortsetzung der eingeleiteten Sanierungsschritte“, betont der Generalbevollmächtigte Dr. Christoph Niering.

Bislang hat die Eigenverwaltung eine Vielzahl an Maßnahmen für die Restrukturierung ergriffen. Ein Schwerpunkt liegt auf der konkreten Erarbeitung und Umsetzung von neuen Strukturen und Prozessen gemeinsam mit Mitarbeitern. Neben dem Verkaufsprozess sollen die Häuser schon jetzt in ihren Abläufen modernisiert werden. „Von Politik und Interessenvertretern erfahren wir viel Zustimmung für unseren Restrukturierungsplan“, so Eckert.

Vorbehaltlich der Zustimmung des Gerichts wird das Insolvenzverfahren des KKO nun am 01.10.2019 antragsgemäß eröffnet. „Das ist in erster Linie ein juristischer Vorgang und eröffnet die Möglichkeit, das KKO über den Insolvenzplan zu entschulden. Für die Alltagsabläufe im Klinikbetrieb ändert sich dadurch nichts“, betont Dr. Niering.

KKO: Gläubigerausschuss stimmt Restrukturierungsplan zu
  • Räumliche Verdichtung des KKO für höhere Patientenzufriedenheit und bessere Wirtschaftlichkeit
  • Fachabteilungen aus St. Josef werden auf andere Standorte verlegt
  • Personalabbau wo möglich über Fluktuation und Auslaufen von befristeten Verträgen

Oberhausen 15.08.2019: Anfang Juli hatte das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) einen
Antrag auf ein Eigenverwaltungs-Verfahren gestellt und angekündigt, bis Ende August einen Restrukturierungsplan vorzulegen. Gestern hat das Team um die Eigenverwaltung – früher als avisiert – dem Gläubigerausschuss den Restrukturierungsplan vorgestellt. Der Ausschuss hat dem vorgestellten Plan zugestimmt. Heute haben Geschäftsführer Christian Eckert und Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering den Beschäftigten des KKO das Zukunftskonzept präsentiert. „Wir haben mit hoher Geschwindigkeit und großer Ernsthaftigkeit alle Daten und Fakten ausgewertet. Wie erwartet sehen wir großes Potenzial für das KKO“, betont Geschäftsführer Christian Eckert.

Bestätigt hat sich in den Wochen der Auswertung insbesondere ein Fakt: Das KKO muss die Infrastruktur komprimieren, um das für 2019 erwartete Defizit von acht Millionen Euro künftig vermeiden zu können. Dazu müssen die medizinischen und pflegerischen Leistungen von drei Standorten räumlich verdichtet werden, auch, um im Sinne der Patientinnen und Patienten mehr Synergiepotenziale zwischen einzelnen Fachabteilungen nutzen zu können. Jeder der
drei Krankenhausstandorte wurde vor diesem Hintergrund analysiert und bewertet.

Investitionsbedarfe stehen besonders im Fokus

Insbesondere die Investitionsbedarfe stehen für die Eigenverwaltung bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vordergrund. Allein der Standort St. Josef weist einen Investitionsstau im mittleren zweistelligen Millionenbereich auf. „In Anbetracht des aktuellen Defizits ist das ein Volumen, das wir uns schlicht nicht leisten können“, so Eckert. Deshalb hat das Restrukturierungsteam gestern dem Gläubigerausschuss vorgeschlagen, den Krankenhausstandort St. Josef zu schließen.

Es wird nun gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort vorbereitet, die Abteilungen, die am Krankenhaus St. Josef beheimatet sind, möglichst rasch an die beiden anderen Standorte zu verlegen. Bis zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Patientenversorgung vor Ort in uneingeschränktem Umfang weiter. Im Ergebnis soll die Psychiatrie an den Standort St. Marien ziehen, die Neurologie und übrigen somatischen Bereiche an den Standort St. Clemens. „Die dafür erforderlichen konzeptionellen und infrastrukturellen Maßnahmen werden nun mit Hochdruck angegangen und sollen bis Ende des Jahres umgesetzt sein. Wir sind überzeugt, dass die Zweihäusigkeit die medizinisch und wirtschaftlich sinnvollste Option für das KKO ist“, so Eckert.

KKO mit hoher Attraktivität für potenzielle Partner

Neben den strukturellen Veränderungen muss das KKO auch Personalanpassungen vornehmen, um zukunftsfähig zu sein. Der Abbau von voraussichtlich rund 240 Arbeitsplätzen wird vorbehaltlich der Verhandlungen mit Betriebsrat und Mitarbeitervertretung geschehen und – wo möglich – über auslaufende Verträge oder natürliche Fluktuation erfolgen. „Für die anstehenden Veränderungen brauchen wir zwingend die Unterstützung der Landesregierung und der Sozialversicherungsträger“, betonte Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering. Jetzt werde sich zeigen, ob Politik und Kassen den politisch gewollten Konzentrationsprozess auch im konkreten Fall aktiv und zeitnah unterstützen, so Niering weiter.

„Wir sehen die zum Teil schmerzhaften Einschnitte, die wir vornehmen müssen. Aber wir sind uns sicher, mit diesem Weg dem Katholischen Klinikum Oberhausen die beste Zukunftsoption bieten zu können“, skizizerte Niering das weitere Vorgehen. „Die anstehenden Herausforderungen und insbesondere die Höhe der Investitionssumme machen es aus heutiger Sicht notwendig, hierfür auch einen neuen Partner zu finden,“ so Niering. Aus diesem Grunde wurde auch die Suche nach einem Partner intensiviert. Bisher haben schon mehr als 20 kirchliche und nichtkirchliche Träger ihr Interesse bekundet. Mit diesen werden in den kommenden Wochen Gespräche geführt.

Es geht weiter: Die Patientenversorgung am KKO bleibt gesichert

Oberhausen 01.08.209: Nachdem bekannt wurde, dass das Katholische Klinikum Oberhausen Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt hat, fragen sich viele Oberhausener, ob sie an den drei Krankenhausstandorten des KKO weiterhin eine vollumfängliche Behandlung und Versorgung erhalten. „Diese Sorgen sind unbegründet“ versichert Geschäftsführer Michael Boos. Alle Leistungen werden uneingeschränkt wie bisher erbracht. „Unsere Patienten werden in gewohnter Qualität versorgt, von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Einsparungen bei der medizinischen Versorgung, Personal, Hygiene, Gerätschaften und Materialien gibt es nicht“ so Boos weiter.

Nach wie vor unterzieht sich das KKO umfassenden Prüfverfahren, um den Patienten eine bestmögliche Versorgung zu garantieren. Erst kürzlich wurden wieder einige Fachkliniken für ihre herausragenden Leistungen und Qualitätsergebnisse zertifiziert wie zum Beispiel das Gynäkologische Krebszentrum und das Darmkrebszentrum. „Wir arbeiten in beiden Zentren eng zusammen, um Betroffenen eine schnelle sowie differenzierte Diagnostik zu ermöglichen und für sie ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen. Eine Behandlungsqualität, die geprüft und ausgezeichnet worden ist und von den Patienten anerkannt wird“, unterstreicht Dr. med. Carsten Böing, Chefarzt der Gynäkologie und spezielle Geburtshilfe.

Ebenso werden alle Operationen weiterhin vollumfänglich durchgeführt. „Unsere OPs sind ausgelastet. Der OP-Betrieb und unsere Dienste gehen ganz normal weiter“, berichtet OP-Pflegefachkraft Susanne Schlingmann. Die Stimmung in ihrem Team beschreibt sie als zuversichtlich und motiviert. „Gerade jetzt stehen wir als Team noch enger zusammen“ betont Schlingmann.

Auch in den Notaufnahmen ändert sich nichts. Sie bleiben uneingeschränkt geöffnet. „Natürlich sind wir nach wie vor rund um die Uhr mit Herzblut für unsere Notfallpatienten im Einsatz. Mir ist wichtig, dass unsere Patienten wissen, dass sie sich auf eine ganzheitliche Pflege in der Notfallmedizin verlassen können“ sagt Mark Wiehe, Fachpfleger für Notfallmedizin.

Auch wenn die Standortfrage offen ist, betrachtet Geschäftsführer Rainer Eckert die Insolvenz in Eigenverantwortung als Chance, um dringend notwendige Strukturbereinigungen vorzunehmen. „Wir werden eine Lösung finden, die tragfähig für die Zukunft ist und das KKO saniert wieder auf die Beine stellen. Im September steht das Konzept“. Eckert weist noch einmal eindringlich darauf hin, dass das Tagesgeschäft in allen Einrichtungen weitergeht. „Wir werden für alle Patienten ein zuverlässiger Gesundheitsversorger bleiben“ so Boos abschließend.

KKO beantragt Eigenverwaltungs-Verfahren

Träger und Politik begrüßen den Schritt zur Neuausrichtung

Oberhausen 09.07.2019: Das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) hat heute ein so genanntes Eigenverwaltungs-Verfahren beantragt. Damit nimmt das Klinikum, das über drei Standorte und zusätzlich drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize verfügt, die Chance einer umfassenden und gesetzlich geschützten  Neuausrichtung wahr. Der Schritt ist notwendig geworden, weil die wirtschaftlichen Herausforderungen für das KKO immer größer geworden sind. Gleichzeitig wurde der finanzielle Spielraum immer enger, um Restrukturierungsmaßnahmen aus eigener Kraft einzuleiten und durchzuführen. Die gesetzlich geschützte Chance, ein Eigenverwaltung-Verfahren durchzuführen, bekommen nur Unternehmen, die nachweisen können, dass eine solche Restrukturierung zukunftsfähig ist.

Um die Neuausrichtung durchzuführen, wurden zusätzlich zu Geschäftsführer Michael Boos zwei sehr erfahrene Krankenhaus-Experten vom Aufsichtsrat zu Geschäftsführern der KKO bestellt: Dr. med. Reinhard Wichels, Gründer der WMC Healthcare GmbH und Christian Eckert (Partner bei WMC). Ihnen stehen Dr. Christoph Niering sowie André Dobiey von der Kanzlei „Niering Stock Tömp“ (NST) zur Seite, die als Generalbevollmächtigte ernannt wurden. Komplettiert wird das Führungsteam durch einen unabhängigen Sachwalter, der vom Amtsgericht bestellt werden wird. 

Löhne und Gehälter sind sicher – Betrieb aller Einrichtungen geht unverändert weiter

In der Zeit der Umstrukturierung geht der Betrieb aller Einrichtungen unverändert weiter, deren Fortführung ist finanziell gesichert. Die 2370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KKO wurden heute über das Eigenverwaltungs-Verfahren informiert. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind sicher. Das erweiterte Führungsteam betonte, dass die Versorgung der Patienten und Bewohner uneingeschränkt weitergehe, da alle rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorhanden seien.

Die neue Geschäftsführung wird nun in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit den Gläubigern, Aufsichtsgremien und der Mitarbeitervertretung einen Restrukturierungsplan erarbeiten. „Das KKO hat definitiv die Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen. Wie genau die Zukunft aussehen wird – auch mit Blick auf die umliegenden Mitbewerber – das werden wir nun mit aller gebotenen Geschwindigkeit, trotzdem respektvoll, mit ruhiger Hand und klarer Analyse erarbeiten“, skizzierte Dr. Reinhard Wichels die kommenden Wochen. Dabei sei die Rückendeckung durch Träger und Politik besonders für die Beschäftigten ein wichtiges Zeichen.

Einmalige Chance auf einen Gesundungsprozess

 „Das KKO ist ein christlich geprägter Verbund und dieser Haltung fühlen wir uns auch und gerade in der Phase der Neuausrichtung verpflichtet“, betonte Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering. „Der eingeschlagene Weg wird schwierig, aber wir wissen, dass wir Kraft und Vermögen haben, um diesen Weg zu gehen – für das KKO, die Beschäftigten und nicht zuletzt für die vielen Menschen, die sich uns anvertraut haben und weiter anvertrauen werden.“

In der Restrukturierungsphase werden die Beschäftigten von der Eigenverwaltung transparent und konsequent über eingeleitete Maßnahmen informiert. „Das Verfahren ist in erster Linie ein Gesundungsprozess und damit eine einmalige Chance, um Projekte umzusetzen und Strukturen zu etablieren, für die wir ohne den Schutz dieses Verfahrens niemals genügend Zeit und Mittel bekommen hätten“, so Geschäftsführer Michael Boos. 

 

Pressekontakt zum Eigenverwaltungs-Verfahren

Simone Hoffmann
Strategische Kommunikationsberatung
im Gesundheitswesen
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
m 0170 – 45 88 147
Über das KKO

Das Katholische Klinikum Oberhausen ist der größte Gesundheitsversorger in Oberhausen. Gemeinsam arbeiten über 2.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehreren Standorten in drei Krankenhäusern mit rund 720 Betten, 18 Fachkliniken und 12 medizinischen Zentren, Senioren- und Pflegezentren, ambulanten Pflegediensten, einem Reha-Zentrum sowie einem stationären und zwei ambulanten Hospizen für das Wohl der Menschen in der Region. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Duisburg-Essen bietet das Unternehmen ein umfassendes Leistungsspektrum auf höchstem wissenschaftlichen, medizinischen und pflegerischen Niveau.

Über NST

Mit mehr als 70 Mitarbeitern konzentriert sich die Kanzlei „Niering Stöck Tömp“  (NST) ausschließlich auf die professionelle Insolvenzverwaltung und die Beratung krisengefährdeter Unternehmen. Die Partner der Kanzlei NST sind Mitglieder des Verbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) und sehen sich einer transparenten, unabhängigen und qualitativ anspruchsvollen Insolvenzverwaltung verpflichtet. NST hat deutschlandweit zehn Standorte und bislang mehr als 10.000 Verfahren begleitet.

Über WMC Healthcare

WMC Healthcare ist eine auf das Gesundheitswesen spezialisierte Unternehmensberatung. Die Kernkompetenz von WMC liegt in der Entwicklung von tragfähigen Zukunftskonzepten auch bei schwierigen wirtschaftlichen Situationen. Die Begleitung von Insolvenzen, die Optimierung von Personal- und Sachkosten sowie des medizinischen Controllings und die Expertise, Krankenhausprozesse unterschiedlichster Art wirtschaftlich zu gestalten, gehört zu den Dienstleistungen von WMC Healthcare.

 

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