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Wann: Dienstag, 15. Oktober 2019, 08:00 - 20:00

Wenn das Herz schwächelt - ambulante kardiologische Reha macht fit für den Alltag

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BU: Mit einem Belastungs-EKG prüft Michael McCabe die Herzaktionen, während sich Rainer Flegel körperlich betätigt.  

 

Ist das Herz geschwächt, schafft es der Herzmuskel nicht mehr, den Organismus mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Der Körper muss mehr Arbeit verrichten, ist irgendwann entkräftet und schafft die an ihn gestellten Anforderungen nicht mehr. Rainer Flegel spürte diese Vorboten, allerdings führte er sie auf sein zunehmendes Alter zurück.  Im Juli erlitt der 57-Jährige einen Herzinfarkt. Eine ambulante Reha im Reha-Zentrum Oberhausen in Sterkrade macht ihn nun wieder fit für den Alltag.

Vorderwandinfarkt mit Dreigefäßverschluss lautete die Diagnose in der kardiologischen Notfallambulanz des Katholischen Klinikums Oberhausen. Die Vorderwandader musste unverzüglich mit einem so genannten „Stent“ freigelegt werden. „Probleme in den Herzkranzgefäßen sind die häufigste Ursache für Herzprobleme“, erklärt Michael McCabe, ärztlicher Leiter des Reha-Zentrums Oberhausen. Sind diese Gefäße verengt oder verstopft, ist die Durchblutung gestört.  McCabe spricht von der „Heiligen Dreieinigkeit“ der körperlichen Leistungsfähigkeit:  Lunge, Herz, Muskulatur. „Je schwächer das Herz ist, desto mehr müssen Skelettmuskulatur und Lungenfunktion leisten: die Muskulatur muss die angebotene Sauerstoffmenge bestmöglich ausnutzen. Man spricht von einer Ökonomisierung der Herztätigkeit. Und die Lungen müssen eine bedarfsgerechte Menge an Sauerstoff aufnehmen, denn das schwächelnde Herz kann das Blut in den Blutbahnen nicht optimal  transportieren.

Eine kardiologische Reha ist eine der effektivsten Maßnahmen, um das Herz-Kreislauf- Lungen-Muskulatur-System zu stärken und die Leistungsfähigkeit des Patienten wiederherzustellen.  Regelmäßige Bewegung ist einer der Hauptpfeiler der weiteren Therapie. Über die körperlichen Aspekte hinaus widmet sich das Rahmenprogramm der gesunden Ernährung  und greift psychologische Gesichtspunkte auf.  „In Einzel- und Gruppengesprächen widmen wir uns sozialmedizinischen Fragen und dem Umgang mit der Erkrankung. Einige von ihnen leiden unter Einschränkungen in der kognitiven Leistung, andere neigen dazu, ängstlich und depressiv zu werden. Die Patienten müssen ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen“, so McCabe. „Mit dem Ziel, den Patienten im sozialen Umfeld – zu Hause ebenso wie im Beruf – wieder einzugliedern, ist der Vorteil einer ambulanten Reha vor allem der, dass wir den Patienten neben seinem Alltag zu Hause begleiten können, und erfahren, wie er seine Alltagsaufgaben bewältigt.“

Rainer Flegel fühlt sich bereits nach acht Reha-Tagen fitter. Jeder Tag startet mit Gymnastik, Krafttraining und Radfahren und endet mit einer Stunde anspruchsvollem Spazierengehen. Zwei Stunden Bewegungstherapie gehören zum Standardprogramm, zwischendrin finden Lehrgänge, Vorträge, Entspannungsrunden und Visiten statt.   „Gewicht war bei mir nie ein Problem, aber Sport habe ich vorher keinen gemacht. Das werde ich künftig ändern“, gibt er zu. Trotzdem gefiel ihm die Zeit in der Lehrküche besonders gut, denn sie weckte seine Lust,  fortan wieder mehr selber und vor allem gesünder zu kochen. Der Luftsicherheitsassistent am Flughafen ist motiviert und optimistisch: „Ich möchte wieder ins Leben kommen und voll in meinen Beruf einsteigen.“

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